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Rehabilitation („Reha“)

Rehabilitationsmaßnahmen sollen negative Krankheitsfolgen vermindern und die Lebensqualität verbessern. Ziel ist, Menschen nach Erkrankungen wieder in den Alltag einzubinden
von Dr. med. Dagmar Schneck, aktualisiert am 31.03.2014

Rehabilitationsmaßnahmen können auch in der Gruppe erfolgen

Fotolia/Robert Kneschke

Rehabilitation lässt sich mit "Wiederherstellung" übersetzen. Mithilfe der Rehabilitation sollen Patienten die Folgen einer Krankheit oder eines Unfalls bewältigen können. Zu diesem Zweck werden verschiedene medizinische, therapeutische, berufliche und soziale Maßnahmen eingesetzt, je nachdem, in welcher Weise die Patienten beeinträchtigt sind. Dazu gehören sogenannte Heilmittel wie zum Beispiel Physikalische Therapie, Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie. Außerdem versorgen die Therapeuten die Patienten mit verschiedenen Hilfsmitteln, beispielsweise Korsetts und Gehhilfen. Die Patienten werden auch psychologisch begleitet, neuropsychologisch therapiert, medikamentös behandelt und geschult. Darüber hinaus wendet man künstlerische und körperorientierte Therapien an. In vielen Situationen ist es wichtig, die Angehörigen mit in die Behandlung einzubeziehen. Zur Rehabilitation gehört auch, die Belastungsfähigkeit der Patienten zu erproben, sie stufenweise wieder in den Beruf einzugliedern, beruflich zu qualifizieren beziehungsweise umzuschulen, und den Arbeitsplatz und den Wohnraum anzupassen.

Erkrankungen, die eine Rehabilitation nötig machen

Folgende Erkrankungen erfordern häufig eine Rehabilitation: neurologische Krankheitsbilder (zum Beispiel Schlaganfall), orthopädische Operationen, unfallbedingte Verletzungen, akute Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (zum Beispiel Herzinfarkt) oder Tumorerkrankungen. Auch im Verlauf von chronischen Krankheiten kann eine Rehabilitation notwendig sein, wenn die Erkrankung oder ihre Folgen gefährden, dass der Betroffene in Beruf und Gesellschaft eingebunden ist. Beispiele sind Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Fettleibigkeit, chronische Lungenerkrankungen (COPD) oder zunehmend auch psychische Erkrankungen. Bei alten Menschen ist die geriatrische Rehabilitation wichtig, damit der Patient selbständig bleibt, und um Behinderung und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

Im Rahmen der Rehabilitation wird oft die Physiotherapie eingesetzt

W&B/LiquidLibrary/ DynamicGraphics

Voraussetzungen für eine Rehabilitation

Ambulante rehabilitative Therapien kann einfach ein Arzt verordnen. Die Übernahme der Kosten für eine stationäre, teilstationäre oder ganztägig ambulante Rehabilitation muss der Betroffene jedoch vor der Behandlung beantragen.
Damit die Behandlung in einer Rehabilitationseinrichtung genehmigt wird, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: Dazu gehört, dass aufgrund einer Erkrankung die Einbindung in Beruf und Gesellschaft, die sogenannte Teilhabe, gefährdet ist. Gleichzeitig muss der Patient von seiner körperlichen und seelischen Verfassung her in der Lage sein, an den Behandlungen teilzunehmen, und dazu auch ausreichend motiviert sein. Schließlich sollte auch eine realistische Aussicht darauf bestehen, dass die Rehabilitation erfolgreich ist und der Betreffende tatsächlich wieder in Beruf und Gesellschaft zu integrieren ist. Von Fall zu Fall unterscheidet sich, wer für die Kostenübernahme zuständig ist: die Deutsche-Rentenversicherung-Bund oder deren Regionalträger, die gesetzlichen oder privaten Krankenkassen oder die gesetzliche Unfallversicherung, und in Ausnahmefällen auch die Haftpflichtversicherung.

Welche Formen einer Rehabilitation gibt es?

Es gibt verschiedene Rahmenbedingungen für eine Rehabilitation. Vor allem in der Neurologie wird oft bereits während einer akutstationären Behandlung mit bestimmten Rehabilitationsmaßnahmen begonnen. Bei der sogenannten Frührehabilitation ist ein enger Kontakt zwischen dem Rehabilitationsteam und den primär behandelnden Fachabteilungen möglich. Eine klassische Anschlussheilbehandlung in einer spezialisierten Rehabilitationseinrichtung findet üblicherweise nicht später als 14 Tage statt, nachdem die Akutbehandlung abgeschlossen ist. Auch die Rehabilitation bei chronischen Erkrankungen läuft oft stationär ab. Grundsätzlich können viele Maßnahmen der Rehabilitation aber auch nach einem stationären Aufenthalt ambulant erfolgen. Multimorbide oder ältere Menschen erhalten eventuell eine mobile Rehabilitation in Form von Hausbesuchen, wenn sie in anderen Angebotsformen nicht erfolgreich rehabilitiert werden können. Hierbei kann das Reha-Team neben den Therapien auch die Umwelt so anpassen, dass ein selbstständiges Leben zu Hause möglich ist.

Bewegungsübungen schulen die Feinmotorik für die Rückkehr in den Beruf

Fotolia/Fontanis

Ziele einer Rehabilitation

Vor der Behandlung beurteilt der Arzt, wie sich die Gesundheitsstörung auf Körperfunktionen, Aktivitäten und Teilhabe auswirkt. Dazu verwendet er zum Beispiel die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF). Anschließend definieren Arzt und Patient gemeinsam die Ziele der Rehabilitation. Als körperliche Ziele sollen zum Beispiel Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft verbessert werden. Zu den Aktivitätszielen gehört, die Mobilität und die Fähigkeiten für Aktivitäten des täglichen Lebens wie Anziehen, Essen, Hygiene und Haushalt wiederzuerlangen. Meist soll der Patient auch wieder einer Beschäftigung nachgehen können. Zu den psychosozialen Zielen zählt, dass der Patient die Krankheit angemessen bewältigen kann. Außerdem soll der Patient gegebenenfalls ein vernünftiges Gesundheitsverhalten erlernen. Mit Hilfe der Rehabilitation sollte die betreffende Person soweit wie möglich wieder am sozialen, kulturellen und beruflichen Leben teilnehmen können.

Dr. Bärbel Reinsberg

W&B/Privat

Beratende Expertin: Dr. Bärbel Reinsberg, stellvertretende Geschäftsführerin der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR)

Quellen:
1. Mohrfeld W, Mau W, Jäckel WH: Rehabilitation, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren im Querschnitt. München Elsevier-Verlag 2007
2. Gutenbrunner C, Glaesener J: Rehabilitation, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren. Heidelberg Springer Medizin Verlag 2007


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: Fotolia/Robert Kneschke, Fotolia/Fontanis, W&B/Privat, W&B/LiquidLibrary/ DynamicGraphics
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